Nummer 15

Puh. Ich glaub, ich schaff dich nicht länger“, sagte ich, „lasst uns eine Pause einlegen.“ Wir waren schon eine Stunde ohne Unterbrechung geflogen und ich war dem Zusammenbruch nahe. „Okay. Lasst uns kurz dort unten ausruhen und etwas essen.“, sagte Jane. Ich versuchte sanft zu landen, doch es kam nur eine Sturzlandung heraus. „Aua.“, stöhnte Palatinus und strich sich über seinen Kopf. Ich stöhnte. Wenn ich das schon nicht schaffe, wie schnell lag ich dann vor dem Monsterkönig? Hach. Ich sollte nicht darüber nachdenken. Jane stand als erstes auf. „Kommt, wir essen etwas.“ Behutsam packten wir unseren Proviant auf. Ein kleiner Salat, drei Brötchen und zwei Äpfel sowie zwei Flaschen Wasser. Das konnte jeder in seinem Lunchpaket vorfinden. Sogar Palatinus hatte ein kleines. Mit ein bisschen Obst und Wasser. „Hmm… Und die denken, davon werde ich satt?“, meckerte er. Tja. Pech gehabt.
„Nicht mehr lange. Ich sehe schon das Schloss.“, sagte ich. Höchste Zeit! Ich brach bald zusammen. Auf dem Weg hatte uns ein Vogel angegriffen. Jedenfalls schien es mir ein Vogel zu sein. Nur in XXL-Größe. Ungefähr drei Meter lang und ein Meter breit. Ein riesiges Ding! Wahrscheinlich eine Mutation. „Wir sind da. Bist du bereit, Saku?“ Ich nickte. „Das ist mal ‘ne Hütte.“, sagte Palatinus.
„Wir müssen an den Wachen vorbei“, sagte Jane. „du lenkst sie ab.“ Sie schaute Palatinus an. „Ne oder? Muss das sein?“, fragte er. „Ja. Mach irgendwelche Grimassen, sodass sie dir hinterher rennen. Dann versteckst du dich irgendwo. Dann, wenn sie nach dir suchen, fliegst du ins Schloss. Alles klar?“, erklärte Jane. Irgendwie vermisste ich die alte Jane auch. Diese hier war viel ernster. „Flieg los!“, kommandierte Jane. Und schon verschwunden die Wachen. Ich packte Jane und wir flogen ins Schloss. Es war schwarz und wenn ich mir die Hölle vorstellte, dann wie hier. Wir mussten aufpassen, denn überall waren Wachen. Und sie waren riesig. vierfach so groß wie wir. Wie groß würde der Anführer sein? Ich schauderte. Das ganze Schloss war auch riesig gebaut. Große Türen, hohe Wände, breite Flure. Eigentlich ein Vorteil für uns, wir waren nicht so groß und konnten uns besser fortbewegen da wir nicht so auffällig waren. „Jane, was jetzt?“, fragte ich sie leise. „Ich glaube, ich habe noch einen Unsichtbarkeitstrank. Den wollte ich eigentlich aufsparen…“, flüsterte sie. Ich entdeckte eine Kammer. „Hey, wir könnten uns als Wachen verkleiden!“, sagte ich. Ich musste mich selbst loben, dass ich auf so eine Idee kam. „Gute Idee, dort steht keiner, komm.“, flüsterte sie. Ich versuchte möglichst unauffällig über den Flur zu kriechen. Wenn die uns sahen, waren wir erledigt! Zum Glück kamen wir heil an. Jane wollte die Tür leise öffnen. Aber sie war verschlossen! Mist! Wir wollten wir da rein? Jane kramte in ihrer Tasche herum. „Gut, dass ich dafür etwas dabei hatte.“, sagte sie lächelnd. Einen Schlüssel hielt sie in ihrer Hand. „Was ist das? Glaubst du, der passt da rein?“, fragte ich skeptisch. „Es ist ein magischer Schlüssel, er passt sich der Tür an.“, erklärte sie. Ach so, ich hätte nicht gedacht, dass es so was gibt… Wenn ich wieder in der anderen Welt sein würde, könnte ich als Meisterdiebin alle tollen Klamottengeschäfte plündern… aber natürlich meinte ich das nicht ernst. Jane öffnete leise und flink die Tür. „Komm, schnell. Bevor die Typen es merken.“, kommandierte sie mich rum. Wie gesagt, nicht die Jane, die ich kannte. Wir schlichen rein. Zum Glück merkten die Wachen nichts! Irgendwie erschien es mir, als ob sie blind wären. So winzig waren wir auch nicht, aber sie merkten es nicht. „Gut, dass die Typen kein gutes Sehvermögen haben. Dafür verlassen sie sich auf ihr Gehör. Und gut, dass wir Elfen flink und leise sind.“, sagte Jane. Aha. Also richtig geraten. „Wir müssen zusammen in eine Wachuniform. Ich übernehme die Beine, du den Kopf.“, fuhr sie fort. „Glaubst du, das schaffen wir?“, fragte ich unsicher. „Klar, so winzig sind wir auch nicht. Es heißt doch: Klein, aber oho.“, antwortete sie und strahlte. Das überzeugte mich… irgendwie. Zusammen legten wir also die Wachkleidung an. Zum Glück war sie nicht sonderlich schwer, trotzdem war es schwer, übereinander rumzulaufen. „Saku, denk an unser Gleichgewichtstraining.“, sagte sie. Und ich stellte mich gerade hin und versuchte, das Gleichgewicht zu halten. Und es klappte. Jane stand auch gerade und ich wunderte mich, dass das jetzt wunderbar klappte. In einem Spiegel, der im Zimmer hing, sah ich, dass wir einen richtigen Wachposten vortäuschen konnten. Durch die Tür schafften wir es, doch als wir neben den Wachen herliefen, zitterten wir etwas. Kein Wunder! Die Brocken waren richtig Angst einflößend. „Hey, du da. Wohin gehst du?“, fragte der Brocken mit dunkler und rauer Stimme. Ich zitterte. „Wir haben den Befehl bekommen, zum Hauptbüro zu gehen.“, sagte Jane ohne jegliche Angst in der Stimme. Wie konnte sie einfach so selbstsicher antworten?! Das war mir ein Rätsel. „Ach so. Dann geh.“, antwortete er. „Gruseliger Typ.“, flüsterte ich. „Hier sind alle gruselig.“, sagte Jane.
Und schon sahen wir vor der Tür vom „Anführer“. „So, Saku. Jetzt geht’s los.“, flüsterte Jane. Wir hatten die Verkleidung bereits abgelegt und saßen unter einem Tisch, auf dem dekorativ eine Vase mit schwarzen Rosen stand. „Jetzt kommt der Unsichtbarkeitstrank.“, flüsterte sie und kramte das kleine Fläschchen hervor. Sie trank daraus und prompt konnte ich sie kaum sehen. „Hier, trink.“, forderte sie mich auf. Ich trank gehorsam. „Ahialosia Sakura lam.“, sprach Jane. Und auf einmal konnte ich sie sehen. „Jane, was war das?“, fragte ich sie. „Nun kannst du mich sehen und ich dich. Aber nur wir können uns gegenseitig sehen. Auf geht’s, wir können nun durch die Wände gehen.“, sagte sie. „Wie Geister?“, fragte ich nach. Sie überlegte kurz. „So in etwa. Wenn es sie überhaupt gibt.“, antwortete sie. Wenn es Elfen und so welche Monster gab, dann sicherlich auch Geister. „Also, wenn wir durch die Wand gegangen sind, greife ich seine Wachen und du den Anführer an.“, erklärte sie. „Okay.“, antwortete ich. „Mach deine Waffe bereit.“, kam es von ihr. Und so folgte ich ihr durch die Wand und zielte auf den Mann, der auf einem großen Stuhl (Thron?) saß und von Wachen umgeben war. Ich konnte ihn nicht sehen, da der Thron umgedreht war. Anscheinend waren wir durch eine Hintertür gekommen, aber besser so. So konnte er nicht so schnell reagieren. Und jetzt geschah alles auf einmal. Jane hatte alle Wachen mit einem Mehrfachschuss auf sich gelenkt und sprang flink durch den Raum, während ich schon auf den Typen auf dem Thron schoss. Ich starrte den „Anführer“ verwirrt an, als er aufstand und sich mir zuwendete. Was war denn jetzt los?

Das war viel Lesestoff für euch ^^. War aber auch der vorletzte Teil ;) . Morgen dann der letzte :D . Bin froh, dass ich die Geschichte endlich geschafft hab^^. Bis morgen also. 
 

4 Kommentare (+add yours?)

  1. Massi
    Jan 09, 2012 @ 01:06:18

    Lange Geschichte nadan freu ich mich auf den letzten Teil :D

    Kommentar

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